Tagesausflug mit dem Bus „Rund um Lüdinghausen“

Tagesausflug mit dem Bus „Rund um Lüdinghausen“

Wann war das ?  :
Mittwoch, 08. Mai 2019
Treffpunkt ? :
Heinrich-Weber-Haus (kath. Gemeindehaus) Brechten
Abfahrt :
10:00 Uhr
Rückkehr :
18:30 Uhr
Kosten p.P. insgesamt :
55,00 €

Auf einen Bus-Tagesausflug freuen sich alle Teilnehmer immer! Und wenn wir dann von dem uns allen bekannten Reiseführer Gert Burckhardt begleitet werden, verspricht eine Tagesfahrt etwas Besonders zu werden. Pünktlich ging es dann auch los zu unserem ersten Ziel „Schloss Nordkirchen“. Vermutlich kennt aus unserem näheren und auch weiteren Wohnumfeld fast jeder diese traumhaft schöne Schlossanlage oder zumindest den bekanntesten Blick darauf von der Hauptstraße aus und ist wahrscheinlich auch  schon mal dort  spazieren gegangen!

Es gibt aber auch noch einen anderen, und zwar total freien „Fast-Rundumblick“ auf diese zauberhafte, riesengroße königlich anmutende Schloss-Anlage, einschl. des  davor liegenden Parks! Zu diesem Halte-Punkt wurden wir durch eine lange, schmale Allee gefahren, hielten eine Weile an, um den Blick genießen zu können, während dessen uns Herrn Burckhardt viel Interessantes und Familiengeschichtliches zu diesem „Kleinod der Baukunst“  erzählte.  

Wie fast alle Wasserschlösser Westfalens geht Schloss Nordkirchen auf eine mittelalterliche Wasserburg zurück; Baubeginn etwa Anfang des 16. Jahrhunderts. Heute ist sie eine der am besten befestigten Wasserschlösser des Münsterlandes. Bis zum 18. Jahrhundert hatte dieses Schloß natürlich eine Menge verschiedenste Gesichter! Ab 1734 zählte der Nordkirchener Schlossgarten sogar zu den berühmtesten Gärten Europas. Die barocke, denkmalgeschützte Anlage liegt ca.  25 Kilometer von Münster entfernt und ist die größte und bedeutendste Barockresidenz Westfalens, die sich auch das „Westfälische Versailles“ nennt. 1949 mietete das Land NRW das einsturzgefährdete marode Schlossgebäude an und sanierte es „step by step“! Ansässig seit  1950 ist dort die  Fachhochschule für Finanzen des Landes NRW, das  1958 dann die Schlossinsel samt Hauptgebäude sowie einen Teil des Schlossparks erwarb  und eine weitere langjährige und äußerst erfolgreiche Restaurierungsaktion startete! Schloss und Park wurden übrigens von der UNESCO als „Gesamtkunstwerk von internationalem Rang“ für schutzwürdig erklärt! Der Schlosspark ist der Öffentlichkeit zugänglich. Die Schlosskapelle kann für Trauungen angemietet werden. Für Feierlichkeiten gibt es dort natürlich auch ein sehr gutes Restaurant mit Cafe! Ungeachtet dessen, beherbergen die Gebäude noch heute die „Fachhochschule für Finanzen des Landes NRW mit ca. 1.000 Studierenden.

Unser nächstes Ziel war der „Hofladen Böcker“ in Lüdinghausen auf dem Gelände des idyllisch gelegenen Gutes „Forstmannshof“. Ein Gang durch die Verkaufsräume in einem der Hof-Nebengebäude gegenüber des Guthauses zeigte ein umfassendes Angebot landwirtschaftlicher Erzeugnisse und ausgesuchter Spezialitäten. Das verführte natürlich zum Einkauf!!! Ein rustikales Café im Gewölbekeller des Gutshauses lädt die Besucher zur Einkehr ein. Bei sonnigem und warmem Wetter kann man dort auch draußen sitzen!  

Und schon ging es weiter zur „Burg Vischering“, eine münsterländische Wasserburg, gelegen mitten in Lüdinghausen! Als Trutzburg im 13. Jahrhundert gegründet, entwickelte sie sich zum Stammsitz der Familie „Droste zu Vischering“, deren Eigentum die Anlage heute noch ist. Bei einem Brand im Jahr 1521 wurde sie übrigens das erste Mal weitgehend zerstört.

Im Zweiten Weltkrieg musste sie weitere schwere Beschädigungen hinnehmen. Nach Kriegsende pachtete der Kreis Lüdinghausen die Burganlage und nutzte sie nach der Instandsetzung  als Kultur- und Bürgerzentrum. In diesem Rahmen finden bis heute Konzerte und Vorträge im Rittersaal statt. An der kompletten Burganlage  waren  im Laufe der Jahre weitere umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen dringend erforderlich geworden, die durchgeführt wurden und fast 10 Jahre dauerten.  Seit 1986 steht „Burg Vischering“ unter Denkmalschutz und beherbergt aktuell das „Münsterland-Museum“! Außenbesichtigungen sind jederzeit unentgeltlich möglich.  Für die Burg selbst können kostenpflichtige Führungen gebucht werden!  

Aufgrund unseres straffen Programms entschlossen wir uns, die Burg lediglich zu Fuß zu umrunden; ein absolutes Highlight! Daher kann man sagen, dass diese Festung trotz früherer Zerstörungen, vieler Umbauten und diverser Sanierungen ihren wehrhaften Charakter weitgehend erhalten konnte.  Unter den zahlreichen Burgen und Schlössern des Münsterlands ist sie eine der ältesten und besterhaltenen Anlagen. Die sogenannte Kernburg mit den Wohngebäuden sowie die Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden liegen auf Inseln in einem großen Hausteich und sind umgeben von einem System aus Wällen, Teichen und Gräften, die von der Stever gespeist werden.  Rund um diesen Hausteich verläuft ein schmaler Weg für Spaziergänger, die die Burganlage einfach nur mal umrunden und von außen bewundern  möchten. 

Danach wartete etwas außerhalb der Stadt in gemeinsames Mittagessen im „Landgasthof  Kastanienbaum“ auf uns. Wäre das Wetter besser gewesen, hätten wir sogar unter mächtigen Kastanienbäumen, die dem Anwesen den Namen gaben, speisen können!

Anschließend ging es zurück in die Ortsmitte von Lüdinghausen zur Besichtigung einer „Blaudruckerei“.  Hier erfuhren wir, dass die Geschichte zu „Blaufärbereien“ ca. 400 Jahre alt ist!  Erst dann lernten die  Europäer durch den Handel mit Indien das Färben mit  „Indigo“ kennen! Allgemein bekannt war zuvor lediglich der „Färberwaid“ aus Thüringen, der jedoch recht schnell vom besseren tropischen „Indigo“ verdrängt wurde. Gleichwohl kann man aus dem Saft beider Pflanzen blaues Pulver gewinnen, nur dass „Indigo“ eben bessere Ergebnisse erzielte. Es verwundert daher nicht, wenn heute diese alte Färbetechnik nur noch von wenigen Betrieben beherrscht wird. Ausgestorben ist sie ja Gott sei Dank nicht, denn die fertigen End-Produkte, z. B. wunderschöne Tischdecken mit Abschlüssen und Einsätzen aus Spitze regen aktuell immer noch zum Kaufen an; und das sind nicht immer nur Tischdecken!

Folgendes ist auch noch interessant! Früher ruhten im Winter überall in Europa sämtliche Färbe-Betriebe! Daher betrieben die meisten Färbereien nebenbei auch noch Kneipen, die bis zum Frühjahr für die Familien den Lebensunterhalt sicherten! Diese Tradition wird offensichtlich durch das Ehepaar, das die Blaufärberei in Lüdinghausen betreibt, fortgesetzt. Sie  eröffneten das „Cafe Indigo“, gelegen ebenfalls etwas ausserhalb von Lüdinghausen und selbst im Winter immer sehr gut besucht wird –  schon wegen der gemütlichen Kaminecke!  An sich hatten wir uns auf „Kaffe und Kuchen draußen“ gefreut, denn im Sommer sitzt man dort bei schönem Wetter unter Bäumen, umgeben von viel Grün!  Leider machte uns „Petrus“ wieder einen Strich durch Rechnung! Unserer Vorfreude auf leckeren hausgemachten Kuchen, der in den überwiegend kunstvoll blau gestalteten Räumen ebenfalls gut schmeckte, tat das daher  keinen Abbruch! Und so traten wir hoch zufrieden gegen 17.15 h unsere Rückfahrt an! Und so ging am kath. Gemeindehaus in Brechten dann ein sehr schöner Tag um 18.30 h zu Ende!

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