Bus-Tagesausflug zur “Wewelsburg” Kreis Büren, danach Weiterfahrt zum “Kloster Dalheim”

Bus-Tagesausflug zur “Wewelsburg” Kreis Büren, danach Weiterfahrt zum “Kloster Dalheim”

  • Wann war das ? : 21.09.2017
  • Abfahrt : 9.00 Uhr ab Heinrich Weber Haus, Im Dorfe.
  • Rückkehr : ca. 19.30 Uhr

Wer nicht dabei war, hat dieses Mal wirklich etwas verpaßt! Es war nämlich ein absolut ereignisreicher Tag mit zwei hochinteressanten, informativen Führung zuerst in der „Wewelsburg“ und anschließend im “Kloster Dalheim“.

Zur Großansicht der Bilder einfach drauf klicken!

 

Zuerst besichtigten wir das Renaissance-Schloß „Wewelsburg“ , Deutschlands einzige Dreiecksburg in heute noch geschlossener Bauweise und für viele Menschen zudem auch ein geheimnisvoller Schauplatz, die sogenannte „Gralsburg der SS“. Hitler nannte sie auch „Ordensburg“. Der ideologische SS-Größenwahn begann bereits 1933 mit einer Besichtigung durch „SS Reichsführer“ Heinrich Himmler, der für Hitlers Zwecke die ersten Umbaumaßnahmen voran trieb. Somit wurde diese Burganlage ein Teil des verbrecherischen Herrschafts-System der SS.

1945 – kurz vor Kriegsende setzte man die „Wewelsburg“ nach einer missglückten Sprengung durch die SS in Brand. Am Ende war sie total zerstört! 1948 begann der Wiederaufbau. Heute sind dort ein Museum und auch wieder eine Jugendherberge untergebracht, die es übrigens schon seit ewigen dort Zeiten gab. Zudem können Besucher sich noch die Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“ ansehen! Die „SS-Vergangenheit“ haben wir „themenmäßig“ jedoch außen vorgelassen; gebucht war lediglich die „Burg“-Führung, denn uns ging es um die „alte“ Geschichte der “Wewelsburg“, die bereits im 9. und 10. Jahrhundert erwähnt wird und bis in die Neuzeit eine äußerst wechselhafte Geschichte durchlief.

Die erste Zerstörung der Burg fand übrigens im Jahr 1124 statt, obwohl sie 1123 erst fertiggestellt worden war. Zwischen 1603 und 1609 wurde sie durch die Paderborner Fürstbischöfe im Stil der Weser-Renaissance als Nebenresidenz ganz neu errichtet. Ein Fürstbischof war sowohl Fürst und damit auch „weltlicher“ Herrscher, also auch Bischof und damit „geistiges Oberhaupt“. Dem Paderborner Fürstbischof „Dietrich von Fürstenberg“, der dem Schloß den Stil der „Weser-Renaissance“ gab, diente diese Anlage eine Zeitlang als Nebenresidenz und natürlich auch als Jagdschloß.

Es gäbe jetzt noch unglaublich viel Spannendes zu erzählen! Daher empfehlen wir dem interessierten und „geneigten Leser“, gelegentlich der „Wewelsburg“ einfach mal einen Besuch ab zustatten und daran anschließend das „Kloster Dalheim“ zu besichtigen, zwei hoch-interessante uralte Bauwerke, die im Laufe der Jahrhunderte viel erlebten und daher auch eine sich ständig ändernden Geschichte zu bieten haben.

Wir haben es genau so gemacht und besuchten selbstverständlich auch das nicht all zu weit entfernte „Kloster Dalheim“.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen im „Kloster-Wirtshaus“ erwartete uns wieder eine hochinteressante Führung sowohl durch die spätgotische Klosterkirche als auch durch das Kloster, das in den letzten Jahrzehnten hervorragend restauriert wurde; deren Arbeiten aber längst noch nicht abgeschlossen sind.

In den neu gestalteten Ausstellungsräumen werden Dauer- und Sonderausstellungen zur klösterlichen Kulturgeschichte präsentiert. Sehenswert ist außerdem das weitläufige Außengelände mit dem barockem Wirtschaftshof und weiteren Gebäuden; nicht zu vergessen die schöne Parkanlage sowie der Küchen- und Kräutergarten, in dem es jetzt wunderbar spät-sommerlich duftete.

Um noch mal auf das „Kloster-Wirtshaus“ zurückzukommen.
In früheren Zeiten soll das „Kloster Dalheim“ berühmt gewesen sein für seine besonders feine Küche. Unser dort gemeinsam eingenommenes Mittagessen war zwar gut, aber nicht unbedingt besonders erwähnenswert. Dagegen die verschiedenen Kuchensorten zum Nachmittagskaffe, den wir glücklicherweise draußen auf der Terrasse genießen konnten. wurden allerdings von jedem von uns als sehr, sehr lecker gelobt!

Im 15. Jahrhundert gegründet und später „im Barock“ prachtvoll erweitert, wurde ab 1803 die fast vollständig erhaltene Klosteranlage leider nur noch als „Gut“ genutzt und verfiel von Jahr zu Jahr mehr. In der Kirche und im Kreuzgang stand fortan das Vieh oder lagerten Stroh und Korn. Landwirtschaftliche genutzt wurde das Kloster bis in die Neuzeit, bis in die 1970er Jahre. „Step bei Step“ begannen dann die Restaurierungen. Seit 2007 beherbergt das Kloster das „Landesmuseum für Klosterkultur“.

Rund um die historische Klausur veranschaulichen 11 weitere restaurierte Räume, und zwar von der Kirche bis zum Vorratskeller, wie vor Jahrhunderten in einem mittelalterlichen Kloster gelebt, gebetet und gearbeitet wurde. Außerdem zeichnet eine interessante Schau – natürlich mit Hilfe heute üblicher moderner Technik – den Alltag früheren klösterlichen Lebens nach.

Bücher wurden hier sogar geschrieben. Die Fertigstellung eines Buches dauerte im Durchschnitt 6 – 7 Jahre, manchmal sogar noch länger, denn diese Schriften sind auch immer noch reich verziert und bemalt worden, so daß kostbare Schriften entstanden, die kaum bezahlbare waren; schauen Sie sich bitte dazu auch unsere Fotos an! Um ein Buch vor Zerstörungen zu bewahren, erhielt es, wenn es fertig geworden war, einen festen Deckel mit Verschluß. Um es öffnen zu können, mußte man auf den Buchdeckel schlagen; dann klappte der Deckel hoch. So entstand die Redewendung „ein Buch aufschlagen“, die – wie wir alle wissen – bis heute gebräuchlich ist. Die Mönche, die mit dem Verfassen dieser Bücher beschäftigt waren, erhielten als Arbeitsplatz selbstverständlich die schönsten, wärmsten und hellsten Räume mit großen Fenstern, weil man für die Kunst des Schreibens und Malens immer bestes Licht benötigte.

Aber es gibt auch Berichte über eine besonders grausame Ära im Kloster: die Hexenprozesse, die hohe Wellen der Empörung schlugen und in der Bevölkerung Ängste schürten. Bischof Dietrich von Fürstgenberg führte solche Prozesse um 1600 durch; u. a. auch gegen den Prior des Klosters „Dalheim“, den Sub-Prior und 2 weitere Mönche.

Nun wieder zu etwas Erfreulicherem:
Wer wollte, konnte sich nach der „Kloster“-Führung auch noch die Sonderausstellung „Luther – in der Zeit von 1917 bis heute“, die im Zuge der „500 Jahrfeier zur Reformation“ dort bis zum ………… noch zu sehen sein wird. Hauptsächlich geht es dabei um das Gedankengut des großen Reformators, das sich in der Neuzeit auch die deutsche Politik zu Nutze machte. Kaum zu glauben ist, dass zu Beginn des 1. Weltkrieges 1917 zur „400-Jahrfeier des Thesenanschlags“ Martin Luther zum „Nationalheld des Kaiserreichs“ erklärt wurde. Und der uns allen bekannte Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ „verkam“ so zu sagen zur Durchhalteparole für die Soldaten im Ersten Weltkrieg; gleichwohl fand aber mit Sicherheit so mancher in diesen Versen auch Trost!

Unser Fazit für diesen Tag:
Alles in allem war es ein wunderschöner und ereignisreicher Ausflug bei herrlichem, warmem Spätsommer-Wetter, der, als es schon fast dämmerte, gegen 19.30 h am „Heinrich Weber Haus“ in Brechten zu Ende ging.

PS:

  • Für gehbehinderte Menschen und Rollstuhlfahrer, die „Kloster „Dalheim“ besuchen möchten, wurde auf dem Hof ein kleiner Aufzug installiert, um in das EG zu gelangen.
  • Im EG kommt man dann mit einem Aufzug ins OG.
  • Besucher sowohl der „Wewelsburg“ als auch des Klosters „Dalheim“ können für den Rundgang jeweils gleich am Eingang einen leichten, gut tragbaren Klapp-Hocker abholen (kostenlos). Dadurch ist gewährleistet, sich überall mal kurz ausruhen zu können, wo man es möchte!
Administrator(Web)

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