Inhaltsverzeichnis:

» Die Brechtener Niederung
» Unser Logo, der Wiedehopf
» Auf neudeutsch: Graffiti, auf gut deutsch: Schmierereien
» Wie beheizte man vor ca. 80 Jahren die Klassenzimmer der Brechtener Volksschule?
» Eulen: Was haben Athen und Dortmund-Brechten gemeinsam?
» Der Jacobsweg in Brechten

Die Brechtener Niederung

Vom Ortskern des Dorfes Brechten ausgehend, bestimmt zunächst rund um die Kirche dichte Dorfkern-Bebauung das Bild. Daran anschließend befinden sich mit Hecken eingefaßte Streuobst-Wiesen rund um die umliegenden Hofstellen, bevor man, wenn man die Brechtener Straße in Richtung Lünen-Gahmen überquert, die früheren "Brechtener Felder", heute nennt man sie Brechtener Niederung", erreicht.

Folgt man weiter der Wülferichstraße, so bietet sich auch hier das gleiche er-freuliche Bild: Hecken, Gehölzgruppen, sehenswerte Einzelbäumen, Obstbaum-Alleen (alte und neu angepflanzte); kleinere Feuchtgebiete und Tümpel prägen bereits seit Jahrhunderten das Landschaftsbild, nicht nur entlang des Süggelba-ches.

Hinter dem ehemaligen "Lohof", ehemals Große-Herrenthey, jetzt Bender, beginnt das Ackerland. Die insgesamt ca. 250 ha große Fläche der "Brechtener Niederung" teilen sich heute nicht weniger als 30 Eigentümer und wird von den meisten auch heute immer noch auf vielfältige Art landwirtschaftlich genutzt durch Ackerbau, Viehzucht und Gemüseanbau.

Die "Brechtener Niederung", inzwischen als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, ernährt mindestens ein halbes Dutzend landwirtschaftliche Voll-Erwerbshöfe sowie eine Anzahl Nebenerwerbs-Stellen. Den Menschen, die hier leben und arbeiten, sichert sie deren Existenz, und umgekehrt sichern Landwirte und Nebenerwerbs-Stellen die Brechtener Niederung.

Und eben weil diese große Fläche so ursprünglich geblieben ist, wird sie heute von einem großen Teil der Bevölkerung im Dortmunder Norden als Naherholungsgebiet genutzt. Spaziergänger trifft man dort ebenso wie Radfahrer, Jogger, Hunde-Besitzer, Beerensammler und Jäger.

Den Dortmunder Stadtplanern jedoch hat dieses Landschaftsschutzgebiet in den letzten 20 Jahren bedauerlicherweise bereits schon zweimal als Übungsgebiet für unausgegorene Planspiele gedient, die aber Gott sei Dank nicht realisiert wurden.

Gleichwohl haben bereits diese untauglichen Versuche die Freude der Naturschützer erheblich getrübt, die am renaturierten Süggelbach Eisvögel und andere gefiederte Sommergäste sichteten. Die Brechtener Niederung ist nämlich im zersiedelten Dortmunder Nord-Osten eines der letzten Rückzugsgebiete für zahlreiche Tierarten.

Viele von ihnen, so z. B. der Feldhase und das Rebhuhn, stehen auf der Roten Liste. Außerdem nutzen Wild-Gänse die dortigen Felder und Wiesen als Rast- und Weideplatz auf ihrem Weg zu den Sommer-/Winterquartieren.

Des weiteren ist die "Brechtener Niederung" Frischluftlieferant für viele Bewohnter der Stadt Lünen und sorgt an heißen Sommertagen für nächtliche Abkühlung in den umliegenden Siedlungen. So kommt man nicht umhin, dieses Gebiet auch heute noch als ein landschafts-geschichtliches Kleinod zu bezeichnen. Den all‘ das, was heute so selbstverständlich aussieht, früher jedoch überall bei uns im Land genau in gleicher Weise zu finden war, ist heute zu einer echten Rarität geworden, die es zu schützen und zu erhalten gilt.

Verfasst von:
Bettina Luecke, Karin Mietner , Rebecca Hagedorn

Unser Logo, der Wiedehopf

Der Wiedehopf, Wappenvogel Brechtens, gilt in unserer Region schon seit langem als "ausgestorben".

Gleichwohl gibt es ihn aber noch, und zwar gar nicht so weit entfernt von Dortmund, nämlich nur gut 100 km weiter, in der Senne und im nord-westlichen Münsterland. Allerdings konnte man dort lediglich bis zu max. 20 Brutpaare insgesamt beobachten.

Die größte Wiedehopf-Population ist im Osten unseres Landes zu finden. Allein in Brandenburg wurden neuerdings zwischen 160 – 200 Brutpaare gezählt. Kleinere Populationen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt. Auch in Baden-Württemberg, am Kaiserstuhl, kommt dieser Vogel noch vor. Aber bedauerlicherweise steht er bereits seit 1974 auf der "Roten Liste".

Verbreitung: In Europa findet man den Wiedehopf, der übrigens ein Zugvogel ist, auch in der Schweiz, Österreich, Süd-Frankreich, Portugal, Spanien, Polen, Süd-Schweden. Selbst in Asien und in Nord- und Süd-Afrika ist er beheimatet. Das eigentlich immer noch riesige Brutgebiet erstreckt sich also fast um den halben Erdball.

In Spanien und Portugal gilt der Bestand dieses Vogels als besonders stark rückläufig seit dem Beitritt der beiden Länder in die EU, und zwar in erster Linie durch die Zerstörung seiner Lebensräume. Sogar Änderungen bei der Annahme der Winterquartiere südlich der Sahara wurden beobachtet.

Bedauerlicherweise sind ähnliche Trends durch die landwirtschaftlichen Entwicklungen auch für Ost-Europa vorhersehbar, sagen Vogel-Kundler.

Wie sieht denn dieser Vogel nun überhaupt aus? Im LOGO auf unseren Internet-Seiten können Sie ihn sich anschauen. Beschreiben kann man ihn folgendermaßen:

Merkmale: Er ist kurzbeinig, größer als ein Star und besitzt einen sehr langen, schlanken, schwach nach unten gebogenen Schnabel. Seinen Kopf ziert ein beweglicher Federbusch. Damit fächelt er, wenn er aufgeregt ist und breitet ihn aus, wenn er sich ungestört fühlt oder seinen Ruf ertönen läßt.

Gefieder: In Brehm’s Tierleben steht darüber: Ober- und Unterseite sind lehmfarbig, Schultern und Flügel schwarz gestreift. Das Federkleid wird aber auch so beschrieben: orange-braunes bis weinrote Federn, Flügel schwarz-weiß gebändert.

Lebensraum: Der Wiedehopf mag trockenes Klima und lebt sehr gerne in Gegenden, in denen sich Felder, Wiesen und Weiden mit kleinen Wäldchen abwechseln. Aber auch in Gärten trifft man ihn an. So wäre unsere "Brechtener Niederung" eigentlich noch immer der ideale Lebensraum für ihn.

Alter: ältester Ringvogel 11 Jahre

Brut: Der Vogel ist Baumhöhlenbrüter, mag aber auch größere Astlöcher, Steinhaufen und Nistkästen. Die Nester legt er mit wenig oder keinem Nistmaterial an. 5 - 8 Eier sind die Regel. legt. In Mitteleuropa meist nur 1 Jahresbrut.

Überwintern: Südliche und östliche Populationen sind lediglich Teilzieher.

Die übrigen sind Zugvögel, die in den Tropen Afrikas und Indiens überwintern.

Nahrung: Seine Nahrung besteht aus Käfern, Larven, Heuschrecken, Heimchen, Würmern, Spinnen, Ameisenpuppen usw. Sogar kleine Eidechsen und Frösche verspeist er. Aber auch Maden in Kuhfladen verschmäht er nicht. Seine Beute scheucht er erst auf und fängt sie durch Hinterherlaufen.

Besonderheiten: Ein stinkendes Bürzel-Sekret wird zur Abwehr dem Feind entgegengespritzt.

Und in Brehm’s Tierleben steht außerdem noch als Besonderheit:

Der lange Schnabel ist nur gut zum Ergreifen der Beute geeignet. Er zieht sie damit aus Erdlöchern oder wie auch immer er seiner Nahrung habhaft wird. Um diese dann jedoch herunterwürgen zu können, muß der Wiedehopf sie vorher erst in die Höhe schleudern, wieder auffangen, und erst dann kann geschluckt werden. Jungvögel werden daher von den Eltern "gestopft", d. h. gefüttert, weil sie nicht in der Lage sind, das, was sie im Schnabel halten, herunterzuschlingen. Das lernen sie erst mit der Zeit.

Das Material zum "Wiedehopf" wurde uns freundlicherweise von Reinhold Neugebauer, NABU, Naturschutzbund Deutschland, Kreisgruppe Dortmund, zur Verfügung gestellt.

Karin Mietner, Bettina Luecke, Rebecca Hagedorn

Auf neudeutsch: Graffiti, auf gut deutsch: Schmierereien

Brechten ist ein Ort, der stets seinen eigenen Charakter bewahrt hat.

Schön, könnte man sagen und: so waaaar es mal, bis auch in unserem Dorf eine neue Mode oder treffender gesagt: Unsitte um sich griff. Um welche so genannte Mode geht es? Ganz einfach: Auf neudeutsch: Graffiti, auf gut deutsch: Schmierereien. Wohin man auch schaut, ob nach links oder rechts: Narrenhände beschmieren Tisch und Wände.

Wer? tut so was! Doch nur jemand, der buchstäblich jeden Respekt vor wirklich allem verloren hat. Von Achtung vor seinen Mitmenschen und fremder Leute Eigentum ganz zu schweigen. Egal, ob man sich Brechten über die A 2 oder die B 54 nähert, ein Anblick, bei dem man glaubt, im falschen Film zu sein - Bronx pur.

- Private Wohnhäuser,
- ob kleine oder große Flächen,

alles ist gnadenlos beschmiert worden.

- Angefangen bei den Schaltkästen,
- bis zur kostenaufwendig gestalteten Stützmauer aus Bruchsteinen Evinger Str.
- An den U-Bahn-Haltestellen: mit viel Glas schön gestaltete Wartehäuschen präsentieren sich besprüht und zerkratzt.

Krönenden Abschluß dieser traurigen Liste: selbst die Trauerhalle auf dem Friedhof im Dorfkern blieb nicht verschont. Spätestens das schlägt dem Faß die Krone ins Gesicht. Wer so etwas tut, dem ist wirklich nichts mehr heilig.

Is also nix mit dörflicher Idylle in Brechten! Sozialer Brennpunkt a la Bronx scheint wohl treffender zu sein! Na ja, fängt ja auch mit "B" an!

A pro pos: sozialer Brennpunkt! Dem stehen in unserem Dorf Haus-Eigentümer und künftigen Häuslebauer gegenüber. Demnächst – so es nach dem Willen unserer Stadtplaner geht - sogar noch verstärkt.

Unser Vorort hat derzeit ca. 7.500 Einwohner. Wird die von der Sta DO geplante und gewünschte Bebauung großflächig - u. a. in der Brechtener Heide und an der Brechtener Str. - durchgeführt, bewegt sich die Zahl der Bürger in Richtung 10.000.

Da stellt sich doch die Frage: Wer zieht demnächst freiwillig hierher, bezahlt auch noch richtig viel Geld dafür, wenn es an den verschiedensten Stellen heute schon fast!!! so aussieht, wie in der New Yorker Bronx? Und wer sich trotzdem traut - was erwartet ihn?

Was erwartet die künftigen Neu-Brechtener, die viel Geld zahlen müssen, um hier bauen zu können, wenn es an manchen Stellen heute schon fast!!! so aussieht, wie in der New Yorker Bronx?

- Jede Menge Verkehr,
- die nahe gelegene A2 mit einem unglaublichen Lärmpegel und kaum Hoffnung auf Änderung – trotz einer aktiven Bürgerinitiative,
- dafür schillern jedoch an diversen markanten Punkten unseres Dorfes eine Menge verschiedenster Farben, vorzugsweise dort, wo sie nicht hingehören und:
- nicht zu vergessen: ein Schuß braun!

Für den Wettbewerb: unser Dorf hat Zukunft, besser bekannt unter: unser Dorf soll schöner werden - entschieden zu bunt.

Fragt sich: was kann man tun? Da wüssten wir einiges!

- Zum Beispiel mehr Angebote für Jugendliche auf die Beine stellen.
- Es gibt zu wenig Gaststätten in Brechten; schon mal keine, die sich auch als Treffpunkt für die Jugend eignen und vor allem: ohne das dort der Abend gleich in Alkohol-Exzesse ausartet.
- Wir haben zwar Gemeindehäuser, 2 an der Zahl, aber keine größeren Versammlungsorte, wo – leicht übertrieben ausged-rückt – fast das halbe Dorf auch mal richtig abfeiern könnte.
- Eine offizielle Festwiese fehlt ebenfalls.

Und… und und. Da gäbe es noch einiges aufzuzählen. Aber wir möchten an dieser Stelle auch nicht unfair sein.

Gleichwohl sprechen wir jetzt einen wichtigen Punkt an, der alle Brechtener betrifft.

Betrachten wir die augenblickliche Situation der polizeilichen Präsenz mal kritisch, besonders unter dem Gesichtspunkt, daß die Bevölkerungszahl in unserem Dorf demnächst stark ansteigt, fällt auf:

BRECHTEN hat bereits seit Jahrzehnten keine eigene Polizeiwache. Nach Meinung vieler Bürger ist unser Vorort nur durch die Wache in Eving polizeilich schlicht unterversorgt, bei demnächst ca. 10.000 Einwohnern. Das Problem: sie ist einfach zu weit weg. Und hier sind die Graffiti-Schmierereien das Kernproblem:

Ein Paradebeispiel dafür ist die Autobahn-Brücke an der Evinger Str., die noch vor ihrer offiziellen Einweihung umgestaltet, soll heißen: mit Unmengen Graffiti-Schmierereien verunstaltet wurde.

Die Verursacher sind nur haftbar zu machen, werden sie auf frischer Tat ertappt und noch an Ort und Stelle der Polizei übergeben.

Damit bleibt den Geschädigten – bei der gerade zitierten Autobahn-Brücke bei REWE wäre das "Straßen NRW" – nur das Hoffen auf Kommissar "Zufall", der vielleicht ausnahmsweise mal gerade in der Nähe ist, ansonsten bei Bedarf zwar schnell vor Ort sein sollte, allerdings im entscheidenden Moment höchstwahr-scheinlich ganz woanders Streife fährt.

Macht nicht wirklich was, meinte ein Vertreter der Polizeiwache Eving. Zusammen mit einem Kollegen versuchte er Anfang Juni, aufgebrachte Brechtener zu beruhigen, die – wegen dieser inzwischen überhand nehmenden Schmiererein - zu dem eigens von der CDU anberaumten Ortstermin neben der Brücke "Evinger Str." - erschienen waren.

Immerhin führen Streifenwagen regelmäßig durch unser Dorf, so der Wachdienstleiter.

Außerdem sei erst unlängst in der City ein großer Schlag gegen die kriminelle Kleinkunst-Szene gelungen. Man habe ein ganze Hand voll Sprayer – wir nennen sie treffender: Sprühdosen-Vandalen – dingfest machen können.

Was den Bürgern geraten wird, zu tun und vor allem: nicht zu tun, dazu sagen wir gleich noch was.

Was können Bürger gegen Schmierfinken unternehmen, die unser Dorf verschandeln? Vor allem sei eben Selbsthilfe geboten, wird geraten. Aber aufgepasst, nicht, daß wir uns jetzt falsch verstehen!

Es ist keineswegs ratsam, Graffiti-Schmierer an Arsch und Kragen zu packen und zu beuteln, also selbst zu stellen und zur Rechenschaft zu ziehen. Das sollte niemand im Alleingang versuchen. In der heutigen Zeit - viel zu gefährlich, obendrein unter Umständen auch noch strafbar.

Vielmehr – so der Polizeivertreter – müßten die Anwohner vor allem nachts insbesondere auf typische verdächtige Geräusche achten. Ge-meint ist damit insbesondere das Klackern einer Spraydose, die geschüttelt wird. Bei derartigen Beobachtungen: bitte sofort die Polizei verständigen. Aber: die Polizei, dein Freund und Helfer, sofort zur Stelle - vor allem nachts?

Das wird gar nicht so einfach sein!
Immer da, immer nah, nur nicht dann, wenn was war.

Und so äußerten dann auch einige der Bürger,
1. die sich zu dem Ortstermin "Autobahn-Brücke Evinger Str." auf den Weg gemacht
2. und offensichtlich ein paar ermutigendere Informationen zu dieser Problematik erwartet hatten,
sorgenvoll ihre Bedenken:

Es sei selbst in Brechten verbreitet Sitte, nachts zu schlafen. Und zufällig am Fenster stehende schlafgestörte Beobachter hätten wohl kaum die Möglichkeit, die Ordnungshüter mit der gebotenen Geschwindigkeit an den Ort des Geschehens zu bekommen, um Schmierer auf frischer Tat ertappen und auch gleich festnehmen zu können.

Es kann nämlich unter Umständen länger dauern, bis eine Streife am Tatort eintrifft; z. B. dann, wenn sie in der City ebenfalls gebraucht wird, und – wie bedauerlich – für unser Dorf gerade kein weiterer Einsatzwagen in der Nähe verfügbar ist.

Also ist so lange Geduld angesagt, bis die Polizei ihre Arbeit in der Stadt getan hat und sich endlich auf den Weg nach Brechten machen kann – bei so zu sagen "freier Fahrt", weil nächstens ein Streifenwagen auf der B 54 nicht vom Verkehr aufgehalten wird. Ist doch irgendwie beruhigend oder nicht?

Gleichwohl scheint folgendes Szenario möglich, ist nach Aussage der beiden Polizeivertreter aber eher unwahrscheinlich:

Nämlich:
- Die Sprayer sind inzwischen längst verschwunden,
- die versprühte Farbe bereits getrocknet,
- aber der Streifenwagen ist immer noch nicht da.

Für diesen angeblich unrealistischen Fall empfehlen die Gesetzeshüter dennoch eine Anzeige gegen UNBEKANNT. Aber glauben Sie tatsächlich, daß z. B. "Straßen NRW" eine Anzeige gegen UNBEKANNT macht? Dann bräuchten sie wahrscheinlich einen Mitarbeiter im Full-Time-Job, der tagtäglich in unserem Bundesland nur von Wache zu Wache fährt und anzeigt!

Hilft zwar dem oder den Geschädigten nicht wirklich, hat aber immerhin was Gutes: sichert wenigstens Arbeitsplätze für Statistiker. Schmierereien werden leider nur durch eine solche Anzeige aktenkundig, jedoch meistens als nicht aufzuklärender Fall zu den Akten gelegt.

Wie beheizte man vor ca. 80 Jahren die Brechtener Volksschule?

Kanoenofen zum Heizen eines Klassenraumes, ca. 1930

Es gab einen Kanonenofen, der in der Mitte eines jeden Klassenzimmers stand. Dieser wurde vom Hausmeister oder LehrerIn mit Holzscheiten geheizt. Da zu dieser Zeit, wie überall, die Mittel knapp waren, wurde jeder Schüler angewiesen, von zu Haus einen Holzscheit mitzubringen. Natürlich reichte das mitgebrachte Holz nicht aus, um den Klassenraum aufzuheizen. Darum behielten die Schüler ihre Mäntel, Mützen und Schal einfach an, um nicht zu frieren. Oft war das Heizmaterial auch noch so feucht, dass sich ganz schön viel Qualm entwickelte und Schüler als auch Lehrer total verräuchert nach Hause kamen. Ganz besonders schlimm war dies, wenn nur mit Laub geheizt werden konnte.

 

 

Was haben Athen und Dortmund-Brechten gemeinsam?

SchleierEule

Die Antwort: Weder nach Athen noch in unser Dorf Brechten müssen Eulen getragen werden. Es sind nämlich schon ganz viele da. Um korrekt zu sein: Schleiereulen sind es, die – neben den schon immer vorhandenen Steinkäuzen – in großer Zahl in unserem Dorf anzutreffen sind. Allein im letzten Jahr konnten 6 Brutpaare nachgewiesen werden, die alle zumindest 1 x Junge großgezogen haben. Dieses außergewöhnliche Vorkommen von Schleier-Eulen hat mindestens zwei Gründe.
Der Wichtigste:
in Brechten ist noch sehr viel Grasland vorhanden. Gott sei Dank wurde es nicht umgebrochen, um Mais oder Ähnliches darauf anzubauen, denn auf solchen Flächen kommen kaum noch Tiere vor und schon gar keine Mäuse. Die sind nämlich die Hauptnahrung für Eulen.
Zweitens:
für eine weitere ökologische Aufwertung sorgen alte Bäume, Hecken und hohes Altgras entlang der Weidezäune. Ebenso wichtig wie eine natürliche Landschaft sind für Schleiereulen aber auch ausreichend Brut- und Ruheplätze. Hierzu zählen in unserem Dorf insbesondere noch vorhandene alte Scheunen, die nicht hermetisch verrammelt wurden.
Landwirte, die über entsprechend alte Gebäude verfügen, haben als weitere Nisthilfe Eulen-Kisten an der Innenseite der Giebel angebracht. Sie sehen allerdings ganz anders aus als die üblichen Nistkästen, die in unseren Hausgärten für Meisen und andere Vögel aufgehängt werden.
Eulen-Kisten sind nämlich recht groß, und zwar 1 m lang, 50 cm tief und auch 50 cm hoch. Sie haben einen kleinen Vorraum, in den die Eule hineinfliegt und einen dahinterliegenden Nebenraum, in dem die Jungen aufgezogen werden.
1 x pro Jahr müssen die Kisten gesäubert werden. Dafür sind entsprechende Klappen angebracht, denn das Gewöll, kleine Ballen aus Mäusehaaren und –knochen, wird von der Eule nach dem Fressen wieder ausgewürgt. Somit erreichen die Knubbel recht schnell eine beachtliche Höhe. Vorn, an der Einflug-Öffnung, ist dadurch keine natürliche Barriere mehr vorhanden. Für heranwachsenden Jungen kann das gefährlich werden. Sie warten oftmals in diesem kleinen Vorraum auf die Eltern, die das Futter bringen.
Bei der Balgerei um den besten Happen kann daher ein Jungvogel, der noch nicht ganz flügge ist, aus dem Einflugloch herauspurzeln und landet unten auf der Erde. So ein Fall hat sich im vergangenen Jahr in Brechten 3 x ereignet; Gott sei dank aber immer mit gutem Ausgang. Tiere, die noch nicht fliegen können, kann man nämlich problemlos wieder in ihre Kiste zurücksetzen, vorausgesetzt, die Hauskatze war nicht schneller. Das alles hört sich jetzt etwas kompliziert an, ist es aber überhaupt nicht. Und wenn dann eine Schleiereule in der Dämmerung rufend um’s Haus fliegt, hat man das beruhigende Gefühl: hier ist die Welt noch in Ordnung.
Solche Eulenrufe demnächst ebenfalls hören zu können, hofft Christa Hiddemann. Sie hat nämlich Ende Februar in einem der Scheunengiebel neben ihrem Gasthof auch eine Eulenkiste anbringen lassen.
Wenn nun dieser Beitrag über Eulen Ihr Interesse geweckt hat, und Sie möchten am Giebel Ihres Gebäudes für diesen nachtaktiven Vogel vielleicht auch eine Kiste anbringen lassen, wissen aber nicht, wen Sie ansprechen können, dann rufen sie Herrn Neugebauer vom Naturschutzbund Dortmund an, der Ihnen gerne weiterhilft und auch alle etwaigen Fragen beantwortet. Seine Telefon-Nr. lautet: 0231-468780. Nabu heißt übrigens: Naturschutzbund.
Aber vergessen Sie nicht, sich vorher davon zu überzeugen, daß in dem infragekommenden Umfeld die Lebensbedingungen für Schleier-Eulen auch stimmen und genau so sind, wie wir sie gerade beschrieben haben. Die Tiere müssen für sich und später für eine Aufzucht der Jungen genügend Nahrung vorfinden

Der Jacobsweg in Brechten

Symbol_Jakobsweg

Wer kennt ihn nicht, den berühmten Satz: " Ich bin dann mal weg!"
Jeder weiß sofort, was gemeint ist.
2006 erschienen, verkaufte sich dieser Bestseller bis heute bereits über 3 Millionen mal. Der Autor hat ganz bestimmt nicht damit gerechnet, dass sich dieser wirklich gutzulesende, naja, ich sag mal "Schmöker", so gut verkauft. Hape Kerkeling hielt Eindrücke und Erlebnisse während der Pilgertour zum nordspanischen Santiago de Compostella fest, schrieb anschließend dieses Buch und löste damit in Deutschland einen unglaublichen Pilgerboom aus.
Pilger hat es immer schon gegeben und: Pilger erweisen sich als krisensicher. So machten sich in den vergangenen Jahren nachweislich mehrere Tausend Deutsche auf den Weg, um genau das erleben oder nachvollziehen zu können, was Hape Kerkeling so unterhaltsam beschrieb.
Es nimmt daher auch nicht wunder, dass das Interesse an Pilger-Reisen entlang des Jacobsweges – trotz der Wirtschaftskrise überall in Europa – ungebrochen ist.
Die Nordspanier freuen sich natürlich über den wirtschaftlichen Aufschwung entlang der Route. Äußerst erfinderisch entwickelten sie pfiffige Geschäftsideen. Von brauchbaren oder unnützen, bis hin zu skurrilen Artikeln. alles wird direkt am Weg feilgeboten, egal - ob man diese Dinge während der Zeit des Pilgerns nun braucht oder eher weniger.
Nicht zu vergessen die Tipps, wie an wund gelaufenen Füßen die höllisch schmerzenden Stellen optimal und vor allem entzündungshemmend versorgt werden können. Versteht sich von selbst, dass die Tipp-Geber auch gleich die passenden Mittelchen zur Hand haben und sofort problemlos an "Mann oder Frau" bringen. Der schmerzgeplagte Pilger nutzt diesen Service dankbar.
1987 ernannte der Europa-Rat alle Jakobswege zu "Kulturwegen". Daraufhin rekonstruierte man überall in Europa eine beachtliche Anzahl dieser Strecken und schilderte sie neu aus.
Auch Brechten kann sich nun rühmen, einen Teil des Pilgerweges zu haben, der entlang unseres Dorfes führt.

Wo genau dieses Teilstück "Jakobsweg" in Brechten hergeht? Lesen Sie weiter.

BrechtenerNiederung

Wußten Sie, dass ein Teil der Wegestrecke „Jakobsweg“ entlang des Dorfes Brechten führt? In den Sommerferien sah man die Pilger entlang der Brechtener Str. marschieren; Männer, Frauen, einzeln und in Gruppen, mal von Kemminghausen kommend - auf dem Weg nach Lünen oder ihr Ziel war: die Stadtmitte Dortmund. Bei Wind und Wetter gingen sie strammen Schrittes einher, oft sogar mit dem für sie Pilger typischen Stab in der Hand. Fast immer hatten sie den Rücken bepackt mit einem dicken Rucksack, an dem unten die Jacobsmuschel baumelte, die früher von den Männern am Hosenbund zu tragen war. Manchmal sah man sie auf dem Wulfskamp auf dem schmalen Grünstreifen am Straßenrand stehen, um sich vor den dort immer noch viel zu schnell fahrenden Autos in Sicherheit zu bringen. Aber auch Pilger verweilen gerne, um ein wenig zu reden. Begeistert wird erzählt, was bisher alles erlebt wurde, was noch zu bewältigen ist. Und der Zuhörer steht einfach nur voller Ehrfurcht da und staunt.


Do-Brechten: St. Johann Baptist

Eine Frage ist während eines solchen Gespräches immer wieder gestellt worden: Ob denn wohl im alten Dorfkern unsere wunderschöne alte Kirche "St. Johann Baptist" offen sei; im Pilger-Führer als Ruheplatz ausgewiesen! Sie ist es nicht! Trotz aller Euphorie kamen da auch schon mal Unmut und Verständnislosigkeit auf. Man beklagte, überall seien die Kirchen verschlossen, obwohl im Führer als "offen" bezeichnet.
Kritikpunkt war ebenfalls die äußerst dürftige Ausschilderung der Pilgerwege überhaupt, auch hier in Brechten. Dass hätte oftmals Umwege und sogar Desorientierungen zur Folge gehabt! Gerügt wurde der typische Pilger-Wegweiser – ein blauer Aufkleber mit gelber Sonne, die aber leider nicht annähernd wie eine solche aussieht, sondern eher einer missglückte Europa-Rats-Version gleicht. Am Wegesrand sei der Aufkleber mal links, mal rechts angebracht und dass auch noch in sehr unregelmäßigen Abständen. Bei manchen Pilgern musste dann der Pfadfinder-Instinkt aktiviert werden, oder raten war angesagt. Eine Richtung wird schon stimmen! Und wie das häufig so ist: meistens fehlten Hinweis-Schilder genau dort, wo man sie am Nötigsten gebraucht hätte. Einen dicken Minuspunkt bekamen die in vielen Führern zu klein gedruckten Kartendetails. Pilger sind allerdings meistens gut vorbereitet! Dennoch gestand so mancher, dass er sich schon recht verloren gefühlt hätte, wenn er irgendwo durch die Pampa irren musste, weil er sich leichtfertig zu Hause nicht um einen vergrößerten PC-Ausdruck des Wegweisers gekümmert hat. All dies ist zwar locker flockig zum Besten gegeben worden, eine gehörige Portion Unmut war dennoch herauszuhören.
Do-Brechten: Altar St. Johann Baptist
Was sind das eigentlich für Leute, die diese körperlichen und manchmal auch seelischen Mühen, wie sie Hape Kerkeling in seinem Buch so authentisch beschreibt, freiwillig auf sich nehmen? Ganz einfach: Menschen, wie Du und ich! Wenn man – wie wir es taten - in verschiedensten Gesprächsrunden über den Jakobsweg nachfragt, darüber diskutiert und dabei auf die feinen Zwischentöne hört, ist sehr wohl zu spüren, dass es eine ganze Reihe Interessierter gibt, die im Innersten ihres Herzens auch sehr gerne: " Ich bin dann mal weg" sein möchten.

Aber - unser Beitrag über den Jakobsweg und seine Pilger ist noch nicht zu Ende!

Sollten Ihnen irgendwann / irgendwo mal Pilger begegnen, werden Sie erstaunt feststellen – sofern Sie etwas genauer hinschauen: Trotz aller Strapazen und Widernisse sehen viele, ja eigentlich fast alle äußerst zufrieden aus. Übrigens: Kaum einer weiß, dass seit über 1000 Jahren Pilger durch Westfalen ziehen! In grauer Vorzeit gab es sogar verschiedene Netze von Jakobsweg-Zubringern. Überwiegend waren das bereits etablierte Handelswege, die ganz Europa durchzogen. Eine dieser Strecken ging schon damals durch Dortmund und weiter nach Lünen.
In unserer Region führen heute bedauerlicherweise die ausgewiesenen Pilgerwege meistens nicht entlang idyllischer Wege durch Felder, Wiesen und Wälder. Zur Nutzung gekennzeichnet sind meistens viel befahrenen Straßen. Immerhin soll man auf dem besten Weg sein, dies ändern zu wollen. Mitarbeiter des Landschaftsverbandes arbeiten bereits daran und markieren die landschaftlich reizvolleren Wege. Nur: Wir hier in Brechten haben davon bisher noch nichts gemerkt.
In Lünen gab es jedoch zwischenzeitlich ein Treffen mit Vertretern mehrerer Kirchengemeinden, um darüber zu beraten, wie demnächst in unserem näheren Umfeld der Jakobsweg landschaftlich reizvoller ausgewiesen, aber vor allem sicherer geführt werden könnte. Offensichtlich ist man bei dieser Zusammenkunft noch nicht so richtig zu Potte gekommen. Jedoch wenigstens ein Ergebnis gibt es: der Flyer zum Jakobsweg, der Lünen und Brechten berührt, soll im nächsten Frühjahr herausgebracht werden. Na dann... schaun' mer mal!
Bleiben wir kurz bei unserer Nachbarstadt Lünen, die schon im Mittelalter, und zwar wegen ihrer Lage an einer Fernhandelsstraße, eine bedeutende Pilgerstation war. Ein weiterer besonderer Grund, dass Wallfahrer auch heute noch gerne dort Halt machen, ist die Kirche St. Marien. Angeblich gibt es dort ein wundertätiges Marienbild zu bewundern, das bereits im Mittelalter Pilger und Wallfahrer anzog. So ist es bis heute geblieben. Weiter führt der Pilger-Weg nach Dortmund, und zwar durch das Landschaftsschutzgebiet "Brechtener Niederung", für dessen Erhalt wir uns auch weiterhin einsetzen und von dort direkt in unserer münsterländisch geprägtes Dorf. Hier lädt die im alten Dorfkern gelegene, ca. 800 Jahre alte Kirche "St. Johann Baptist" zur Rast ein. Auf dem grünen Rasen des Kirchhofs, der umgeben ist von malerischen, alten Fachwerkhäusern, sah man im Sommer die Wanderer ruhen. Bei diesem Anblick fühlten sich die vorbeieilenden Brechtener gleich ein paar Jahrhunderte zurückversetzt. Aber: Spätestens mit dem Rütteln an der Kirchentür wurden Betrachter und Pilger mit der nüchternen Gegenwart konfrontiert: leider verschlossen! Enttäuscht machte man sich dann weiter auf den Weg:
Richtung Hohensyburg über Lindenhorst - zuerst in die Innenstadt, weiter zum Westfalenhallen-Gelände
dann in die Bolmke und von dort aus durch den Rombergpark nach Wellinghofen. Hier erinnert eine Tafel an der ebenfalls sehr alten Kirche an der Ovelgünne daran, dass dieses mittelalterliche Gotteshaus schon früher eine Station auf der Wallfahrt zur Hohensyburg war.
Wie wär's? Hätten Sie Interesse, zu mindest einen Teil dieses Pilgerweges zu gehen? Vielleicht können sie dann auch am Ende dieser kürzeren Etappe sagen – wie Hape Kerkeling es ausdrückte: "... und wenn ich alles Revue passieren lasse, hat Gott mich auf dem Weg andauernd in die Luft geworfen und wieder aufgefangen. Wir sind uns jeden Tag begegnet."

 

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